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Plön, den 21.10.2004
![]() Dass der Umweltschutztrupp der
Polizeiinspektion Plön mit ihrem Boot
uns einen Besuch abstattet, ist nicht ungewöhnlich. Die Damen und
Herren sind seit dem Sommer gern gesehene Gäste auf unserem Gelände.
Ungewöhnlicher waren als Passagiere Mitarbeiter der Universität Hamburg
unter der Leitung des Uni-Professors für angewandte Ökologie
Klein-Flottbek -Hamburg-,
Herrn Prof. Dr. Kai Jensen, sowie Mitarbeiter des Umweltschutzamtes der Kreisverwaltung des Kreises Plön. Worum ging es bei dieser Exkursion auf dem Großen Plöner See bei regnerischen, kaltem und stürmischen Wetter (Windst. bis 7 bft)? Herr Prof. Kai Jensen nahm sich die Zeit, sehr freundlich und ausführlich auf meine Neugier einzugehen. Die schaukelige Fahrt führte die Wissenschaftler zum Bischofsee, in dessen unmittelbarer Nähe an 2 verschiedenen Stellen Saatgut von dem noch vorhandenem Schilf gewonnen wurde. Dann ging es weiter in Richtung Störland dort wurde eine weitere Schilfpopulation beprobt. Die Fahrt zur Rohrdommelbucht musste auf dem Weg dorthin wegen der immer schlechter werdenden Wetterlage abgebrochen werden. Meine Frage nach den Ursachen des schon seit Jahrzehnten bekannten und sichtbar gewordenen Rückganges der Schilfgürtel wurde von Herrn Prof. Kai Jensen wie folgt beantwortet: Es gibt einen ganzen Ursachenkomplex über verschiedene Seen in ganz Europa. Eine der Ursachen ist die Nährstoffanreicherung der Seen, wobei das Schilf nicht schlechter wächst, wenn es mehr Nährstoffe erhält. Im Gegenteil es wächst besser und höher, aber der Halmdurchmesser nimmt ab, sodass das Schilf sehr viel leichter mechanisch geschädigt wird durch Treibgut oder auch stärkeren Wellenschlag. Das Schilf knickt ab und kann dann absterben. Und in den letzten Jahren ist eben hinzugekommen, dass die Wasservogelpopulation gerade im Bereich der Holsteinischen Schweiz stark zugenommen hat und die mögen das Grünfutter auch ganz gerne, sodass sie mit Sicherheit dazu beigetragen haben, dass das Schilf weiterhin zurück gegangen ist. Auf die Frage hin, was wir als Wassersportler noch für den Erhalt tun können, war die Antwort ganz klar: Nicht in das Röhricht fahren! Sollte uns doch wohl allen klar sein, oder? Wenn nicht, dann lest doch bitte das neue Jahrbuch 2005 genau durch und beherzigt die 10 Gebote und erklärt`s dem lieben Nachbarn auch! Weiter mit Herrn Prof. Jensen: Aktuell haben wir gerade diese Saat genommen, um ein Projekt vorzubereiten, in dem es darum geht, einige Bereiche des Schilfufers zu bepflanzen. Nur ganz kleinflächig, um auszuprobieren nach den heutigen Nährstoffbedingungen – die Nährstoffbedingungen im See sind rückläufig – ob eine Wiederansiedlung des Schilfs möglich ist. Und deshalb haben wir heute das Saatgut entnommen. Wir haben einen Antrag gestellt bei der deutschen Bundesstiftung für Umwelt in Osnabrück, ob sie dieses Projekt fördern würden. Die Frage ist noch nicht beantwortet, aber die Signale sehen ganz gut aus und der Kreis Ost-Holstein und der Kreis Plön unterstützen das Projekt und von daher hoffen wir, dass die Situation für die Seen in den nächsten Jahren wieder besser wird. Und wenn wir Sie damit einbinden können als Anlieger und Nutzer des Sees, wären wir sehr froh, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Wenn unsere Untersuchungen abgeschlossen sind, wird das hier gewonnene Saatgut an eine Gartenbaufirma geliefert und dort vorgezogen, um dann in 1-1/2 Jahren in den See eingepflanzt zu werden. Herzlichen Dank, Herr Professor Jensen, für diese aufschlussreichen Informationen. Hans Vogler - Pressebeauftragter des Plöner SeglerVereins e.V. - |