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Plön, den 30. November 2002
Arbeitsdienst an der Insel Langes Warder
Zum Schluss haben wir zwischen die Steine noch frische, mitgebrachte Zweige gesteckt, von denen hoffentlich einige Wurzel schlagen, und das Ufer stützen werden. Eigentlich reichten die Steine nicht mal aus aber positiv kann man sagen, dass die Wetterschutzhütte nun auch bei Oststurm wieder sicher ist und nicht weiter droht in den See abzusacken. Abschließend, nachdem wir alle wieder im Verein angekommen waren kann man sagen, dass dem Symbolisch geworfenen Stein noch viele folgten und anscheinend alle Freiwilligen keine Sünder sind, erstrecht keine Umweltsünder. Wir wollen an dieser Stelle noch einmal allen danken, die ehrenamtlich beherzt und motiviert mit angepackt haben. Noch ein paar Worte zu den eventuellen Gegnern dieses Projektes und dem Zustand unserer Inseln Die Kombination aus hohem Wasserstand sowie starken Winden, und dem damit verbundenen Wellengang, hat in den vergangenen 5 Jahren allein an der Insel Langes Warder den Uferstreifen um bis zu einem Meter schrumpfen lassen. Auch andere Inseln wie der Sterin in der Plöner Stadtbucht, der Olsburg und viele weitere sind langfristig bedroht. Der hohe Wasserstand in den Herbst- und Wintermonaten führt dazu, dass die Wellen mit großer Kraft direkt an die Uferkanten brechen und so den Boden der Inseln auswaschen. Die Kraft ist so stark, das auch das vorhandene Wurzelwerk diesen Prozess nicht aufhalten kann. Es ist zu beobachten, das durch die vergangenen Stürme unverhältnismäßig viele gesunde Bäume auf den Inseln umgekippt sind. Zurückzuführen ist dieses auf den durchweichten Boden, der durch den hohen Wasserstand zunehmend seine Stabilität verliert. Manche der Inseln wie die Sterin befinden sich auch bei normalem Wasserstand nur rund 15 cm über dem Wasserspiegel. In den vergangene Jahren war es häufiger zu beobachten, das die komplette Insel zeitweilig überspült wurde. Mehrere Inseln sind hierdurch bereits ganz versunken. Die Schilfinsel in der Durchfahrt zum Bischofsee besteht nur noch aus Buschwerk, welches zunehmend keinen halt mehr findet, da es vollständig im Wasser steht, somit nicht mehr zu retten ist und einen dauerhaften Verlust an Lebensraum für die Wasserbewohner darstellt. An vielen Inseln ist zu beobachten, das ein natürlicher Wellenschutz aus Schilf oder Steinen gänzlich verschwunden ist, bzw. zu tief im Wasser liegt. Der Boden wurde ausgewaschen und das Ufer besteht nur noch aus Wurzelwerk, welches steil ins Wasser abfällt. Der unregelmäßig wechselnde Pegel von bis zu 35cm führen dazu, das im Herbst wenn das Schilf verblüht ist und teilweise abknickt die Stängel der Pflanzen durch den hohen Wasserpegel im Winter voll laufen und absterben. Es ist somit nicht verwunderlich, dass bereits mehrere Projekte zur Neuansiedellung von Schilfgebieten fehlgeschlagen sind. Nur aufgrund dieser Tatsachen haben wir diesen Eingriff an der Insel Langes Warder durchgeführt. Jugendgruppen soll es auch zukünftig möglich sein auf dem einzigen Zeltlagerplatz Deutschlands, welcher innerhalb eines Naturschutzgebietes liegt, die Natur kennen zu lernen. Wir haben auch zukünftig nicht vor Eingriffe in die Natur durchzuführen. Unser Ziel liegt gänzlich darin, die Wetterschutzhütte im Nördlichen Teil der Insel zu schützen. Wir sehen es jedoch an der Zeit das überlegt werden sollte, ob eine unregelmäßige Aufstaung des Sees einen nicht viel größerer Eingriff darstellt, als maßnahmen zur Ufersicherung auf 10 Meter Länge. Die Länge der Küstenlinie und Inselufer des See beträgt weit über 40 Kilometer. Es währe gar nicht möglich diesen laufenden Prozess ernsthaft aufzuhalten, wenn man die Fehler nicht bereits am Anfang vermeiden würde. Langfristig liegt es wohl in jedem Interesse (auch dem der Natur), das die Regelung des Wasserstandes moderater und umweltverträglicher durchgeführt werden. Dieses Ziel sollten sich die Verantwortlichen in den nächsten Jahrzehnten setzen, denn es gilt die Vielfalt der Natur in, am und auf dem Großen Plöner See zu wahren. Bericht von: Sebastian Kiel
Bilder von: Hans Vogler |